Weihnachtswunsch |
Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Offenbarung 21,4
Jedes Jahr in der Adventszeit werden die Bewohner unserer Stadt aufgefordert, Gedichte zu schreiben. Diese Gedichte werden dann in der kostenlosen Stadtzeitung veröffentlicht. In diesem Jahr hat mich ein Gedicht mit der Überschrift „Mein Weihnachtswunsch“ besonders angesprochen.
Es lautet: „Ich möchte einmal in der Zeitung lesen: Gestern hatten alle Menschen Brot, nirgends auf der Welt sind Krieg und Streit gewesen, es gab keine Schmerzen, Tränen und Not. Ein Schüler gab seinen Sitzplatz im Bus einer alten Frau, und beim Fußballspiel wurde nicht randaliert, Neonazis und Radikale denken um und lassen den Radau, ein Lottogewinn wurde für ein Behindertenheim spendiert.
Ich möchte einmal in der Zeitung lesen: Es gab keine Drogentote durch Hasch und Heroin, für Ausländer kein Hass und Verhöhnen, kein Flüchtling braucht aus seinem Land zu fliehen, stattdessen nur hilfreiche Hände zum Versöhnen. Kein Betrug, kein Diebstahl, keinen Mord, keine Entführung und kein Überfall! Für Aussiedler gab es Hilfe und ein freundliches Wort, Güter und Hilfsbereitschaft gab es überall. Niemand dachte nur an Gut und Geld, denn die Liebe sei nun an der Macht! Friede herrschte auf der ganzen Welt! Ach, könnte ich einmal in der Zeitung lesen: Dies sei gestern alles wahr gewesen!“
Ist es nicht das, was wir als Adventgläubige hoffen und erwarten? Keine Tränen mehr, kein Schmerz, keine Krankheit, keine Ungerechtigkeit? Immer glücklich sein? Die Zeilen aus der Zeitung entspringen einer großen Sehnsucht, die wir alle in uns spüren. Und wir wissen, dass Gott diese Sehnsucht eines Tages stillen wird. Diese Zuversicht gibt uns Hoffnung und Kraft. Wenn wir in der Offenbarung lesen, dass alles Leid einmal ein Ende haben wird, können wir zuversichtlicher in die Zukunft schauen.
Auf Gott können wir uns verlassen. Er hat uns noch nie im Stich gelassen. Auch heute dürfen wir glücklich und dankbar sein, dass er uns nicht allein lässt, uns Kraft und Mut schenkt und ein herrliches Ziel für uns vorbereitet hat.
Gaby Kowalewski
Zurück© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

