Das Erbe der Kinder von Ruanda |
LÖBAU Am 24.10.2009 war Frau Anne Dreckmeier von der Hilfsorganisation ora international Deutschland e. V. zu einem beeindruckenden Vortrag in der Gemeinde Löbau. Es ist immer wieder mal notwendig einen Blick über den „Tellerrand“ zu wagen.
Wenn man hört, dass selbst Hartz IV-Empfänger in Deutschland noch zu den Reichen dieser Welt gehören oder dass es Länder in Europa gibt, wo Rentner keine Rente bekommen und nur im Familienverband überleben können, drängt sich mir eine Überlegung auf: Können unsere Familien die Funktion als schützender Hafen in Notsituationen gewährleisten? Die Familie ist auch der geeignete Ort, um die Fähigkeit des Vergebens und Verzeihens zu erlernen. Denn das sind Voraussetzungen, um einen Neuanfang gelingen zu lassen.
Und dies war eine wichtige Aussage des Vortrags in Wort und Bild von Frau Dreckmeier zum Thema: „Das Erbe der Kinder Ruandas – Leben und Überleben nach dem Völkermord“. In bewegenden Bildern war in den Gesichtern die Verstörtheit durch das Erlebte, aber auch die Freude des Neuanfangs zu lesen. Wenn Hass unter Völkergruppen zu einem Völkermord eskaliert, können zerstörte oder verletzte Beziehungen nur heilen mit einem „Ich verzeihe Dir!“. Dies ist in Ruanda vielfach geschehen und der friedliche Aufbau hält an und erwartet die Unterstützung des reichen Deutschlands.
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